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13 Jul

Ist Arbeitszeiterfassung noch mit modernen Unternehmenskulturen vereinbar?

by Lukas Schöngut

Rolf Schrömgens, Gründer und Managing Director von Trivago, hat schon vor einiger Zeit sehr plausibel argumentiert, dass Arbeitszeit heutzutage kein guter Indikator für die Leistung seiner Mitarbeiter mehr ist. Aus diesem Grund dürfen Mitarbeiter von Trivago kommen und gehen wann sie wollen. Dies beinhaltet auch eine unbegrenzte, bzw. nicht kontrollierte Anzahl an Jahresurlaubstagen.

Beim 2005 gegründeten Trivao arbeiten inzwischen knapp 1000 Mitarbeiter und es wurde 2015 knapp eine halbe Milliarde Euro Umsatz erwirtschaftet. Mit dieser Erfolgsgeschichte im Rücken stellt sich die Frage, ob Arbeitszeiterfassung heutzutage überhaupt noch nötig ist und inwiefern diese mit modernen Unternehmenskulturen vereinbar ist.

Trotz des Beispiels von Trivago wird Arbeitszeiterfassung wohl auch in Zukunft für einen großen Teil der Unternehmen in Deutschland aus verschiedenen Gründen noch eine wichtige Rolle spielen:

Alleine aus rechtlicher Perspektive müssen Arbeitgeber einige Aspekte bedenken. Nicht erst seit der Einführung des Mindestlohns müssen Arbeitszeiten von Arbeitnehmern erfasst werden, um gewisse arbeitsrechtliche Grundlagen wie z.B. die Einhaltung von Höchstarbeitszeitgrenzen nachzuweisen.

Jedoch hat der letzte Punkt nur wenig mit modernen Unternehmenskulturen zu tun. In modernen Unternehmenskulturen arbeiten Mitarbeiter selbstbestimmter und freier. Anstatt einer „Top-Down-Management-Kultur“, bekommen Mitarbeiter die Möglichkeit sich stärker einzubringen und mit ihrem Input Entscheidungen des Top-Managements zu beeinflussen (Bottom-Up). Gleichzeitig spielt das Thema Work-Life-Balance eine immer größere Rolle.

Jüngere Generationen an Arbeitnehmern möchten nicht mehr 40 Stunden und mehr pro Woche arbeiten und fordern von Beginn an einen größeren Raum für Freizeit ein. War eine Arbeitszeiterfassung bis vor einigen Jahren noch primär ein Werkzeug des Arbeitgebers um seine Mitarbeiter verstärkt zu kontrollieren, wird sie in modernen Unternehmenskulturen vermehrt auch zum Vorteil des Arbeitnehmers. Nicht nur kann über die Erfassung der Arbeitszeit das zugesicherte Level an Freizeit gegenüber dem Arbeitgeber sichergestellt werden, sondern Sie bietet, wenn richtig implementiert, dem eigenverantwortlichen, unternehmerisch denkenden Arbeitnehmer auch ein Werkzeug, um seine eigene Leistung zu erfassen und persönliche Optimierungspotenziale zu identifizieren. Dies entspricht ziemlich genau den Anforderungen an Arbeitnehmer in modernen Unternehmenskulturen.

Wichtig ist auch festzuhalten, dass Trivago-Geschäftsführer Schrömgens seinen Ansatz ausschließlich für Knowledge-Worker sieht. Also Arbeitnehmer deren Arbeit primär darin besteht einmal am Tag eine gute Idee zu haben. Anstatt von Zeit nutzt Schrömgens daher für seine ‚Knowledge Worker’ andere eher qualitativere Leistungsindikatoren.

Im Industrieland Deutschland gibt es jedoch viele Arbeitnehmer, die nicht zu den sogenannten Knowledge Workern gezählt werden können. Für all diese Arbeiter ist Arbeitszeit immer noch ein entscheidender Leistungsindikator und wird es in absehbarer Zukunft, unabhängig von der Unternehmenskultur, bleiben.

Dies betrifft im besonders starken Maße kleine Unternehmen und Unternehmen im Niedriglohnsektor wie Gebäudereinigungen, Handwerksbetriebe oder Hausmeistereien. Hier sind moderne Systeme zur Zeiterfassung die Grundlage für den monatlichen Lohn und stellen zudem wichtige Grundpfeiler eines gesunden  Betriebsklimas dar. Im ersten Anschein profane Dinge wie Raucherpausen können ohne funktionierende Arbeitszeiterfassung schnell zu Unstimmigkeiten zwischen Mitarbeitern führen. Eine moderne Arbeitszeiterfassung stellt somit in Unternehmen in denen nach Arbeitszeit bezahlt wird, auch ein gewisses Level an Fairness zwischen Mitarbeitern sicher.

Eine Arbeitszeiterfassung kann jedoch nur dann für ein Unternehmen, ob groß oder klein, einen Mehrwert darstellen und Hand in Hand mit einer modernen Unternehmenskultur gehen, wenn sie sich den gestiegenen Anforderungen an ein solches System anpasst.

Daraus erstellt sich folgender Mindestanforderungskatalog:

  • Arbeitszeiterfassungen müssen auch mobil einsetzbar sein um auch vom Homeoffice aus genutzt werden zu können.
  • Es müssen umfangreiche Reports erstellt werden können, um Optimierungspotenziale identifizieren zu können.
  • Sie müssen einfach und bequem nutzbar sein. Niemand trägt eine Raucherpause in einen klassischen Stundenzettel ein.
  • Vor allem für kleinere Unternehmen sollte das System einfach  in der Implementierung. Nur so wagen sich auch kleinere Betriebe an das Thema heran.

Über den Autor

Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag von Lukas Schöngut, Leiter Marketing und Vertrieb bei Crewmeister. Vor seinem Engagement bei Crewmeister hat er das B2B Videoplayerunternehmen Veeplay gegründet und erfolgreich aufgebaut.

Crewmeister ist ein Startup aus dem Hause ATOSS Software und hat sich zum Ziel gesetzt analoge ineffiziente Mitarbeiterverwaltungsprozesse in kleinen Betrieben durch einfache und günstige onlinebasierte Software zu verbessern. Im ersten Schritt hat Crewmeister eine Zeiterfassung und einen Urlaubsplaner entwickelt, die sowohl mobil über Smartphones als auch stationär über Tablet-Terminals oder PC genutzt werden können.

 

 

 

 

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