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Blog

17 Apr

Wie geht eigentlich unser Fax? - Die drei Experten.

by Claudia Kroh

Stellen wir uns einmal eine durchschnittlich modern eingerichtete Firma vor. Mit diversen Kombi-Druck-Scan-Fax Stationen, elektronischer Datenablage – man will ja schließlich nicht Ordnern ersticken. In House Serverlösungen mit eigener Wartung, einem IT Schulungsraum für externe Seminare, umfunktionierte Raspery Lösungen um das Internet auch ohne jegliche Datenverbindung in der Tasche zu haben und natürlich auch sämtliche Spielereien was Mobile Devices angeht.

Alles in allem also ein recht akzeptabler Zustand der IT Infrastruktur. Auch die Manpower weiß mit dem ganzen Equipment gut umzugehen.

So der Stand der Dinge bis, ja bis diese Firma einem Neukunden ein Angebot senden wollte. Auf Wunsch des Kunden, sollte das Angebot nicht wie gewohnt per E-Mail versendet werden, sondern per Fax. Auch kein Problem, denn schließlich berücksichtigt diese Firma bereits bei der Projektierung das Mediennutzungsverhalten und die damit verbundene Technikakzeptanz der Kundschaft. Es werden Systeme umstrukturiert um Umstellungen beim Kunden so präzise wie nur möglich an die Anforderungen, Gegebenheiten vor Ort und eben an das besagte Mediennutzungsverhalten anzupassen.

So, wir waren aber bei dem Angebot das per Fax versendet werden sollte.

Nachdem drei Kombigeräte hinreichend auf Faxoptionen überprüft wurden und die Touchscreen ihren ersten Härteeinsatz in Bezug auf Druckbelastungen – durch emotional gesteigertes Grundtemperament des Users - hinter sich hatten, wurde die Lage verzwickter. Der User wendete sich an zwei andere User mit der Frage „ Wie funktioniert eigentlich unser Fax?“. Die Folge: große Augen, ratloses Brummen, gemeinsames Kombigeräte-Verschwörungsanstarren. Die Frage ob man nicht die Datei einfach per E-Mail senden könnte, konnte ja getrost beiseitegeschoben werden.

Die Geräte spuckten brav ihre einzelnen Optionen aus, ob drucken, scannen an E-Mail, Scannen an Server, drucken und heften, drucken und knicken mit heften, in Farbe, in Schwarz/ Weiß, mit Toner, oder Wachs gedruckt, bla bla bla. Faxen, es sollte einfach nur gefaxt werden. Der nächste Vorschlag, man könne doch wie gewohnt scannen und per PC raus faxen, wurde kurzer Hand als Plan B eingestuft. Man wollte nun wissen wie man eigentlich faxt. Drei Experten vor drei Geräten. Ich kürze die Geschichte hier ab, das Fax hat seinen Weg zum Empfänger gefunden.

Ich finde aber diese kleine Geschichte zeigt wunderbar was Mediennutzungsverhalten bedeutet.

Hier standen ganz klar die gewohnten und favorisierten Medien im Vordergrund, sprich die Medien mit den Neuerungen unserer Zeit. Die traditionellere Variante, hier das Fax, konnte nicht auf Anhieb bedient werden. Dies mag zum einen daran liegen, das diese Firma praktisch nie Faxe versendet, sondern andere Kanäle nutzt, zum anderen aber auch das sich man sich mehr mit neuen Gegebenheiten auseinander setzt. Mediennutzungsverhalten bedeutet also nicht nur das beispielsweise bei der Implementierung von neuen „Instrumenten“ darauf geachtet werden sollte, dass man die User an den Umgang gewöhnt, sie schult und möglichst von vornherein eine Variante mit geringen „Eintrittsbarrieren“ wählt. Genauso sollte auch die andere Seite berücksichtigt werden, nämlich den Umgang mit traditionelleren Medien.

Ich rede nicht unbedingt von der Lochstreifen- Ära aber ein Fax, kommt aus meiner Sicht schon ziemlich nah in diese Epoche. Falls sich Ihnen gerade die Nackenhaare aufstellen, ich weiß das mein Lochstreifenbeispiel hinkt. Vielleicht nehmen Sie die Darstellung einfach mit Humor, so wie wir auch. Sie werden es ahnen – wir waren die drei Experten vor den drei Geräten und wir hatten noch nie solch einen Lachkrampf in einer Raucherpause. Jetzt da wir wissen wie es geht, senden wir trotzdem lieber per E-Mail und Co, aber wenn der Kunde es wünscht – kein Problem. Wir haben die Bedienoberfläche angepasst und können so, getreu unserem Mediennutzungsverhalten, per Icon auf dem Touchscreen ganz einfach „touchen“ (tippen).

Denn Sie wissen ja, wir bauen die Brücke zwischen Mensch und Technik.
Auch wenn es diesmal unsere eigene war.

 

 

 

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